Das Ruinautal

Letztes Jahr war ich mit meiner Familie in der Schweiz. Wir suchten uns eines der Hotels im Engadin aus, weil wir gern ein wenig Wandern gehen und die Gegend erkunden wollten. Die Anreise fand mit dem eigenen Auto statt, sodass wir trotzdem noch flexibel waren, was die Tagesgestaltung angeht. Wir wollten uns ein wenig in der Gegend umschauen und ein paar Sehenswürdigkeiten anschauen gehen, auch wenn sie etwas weiter weg und deswegen nur mit dem Auto erreichbar sind. So haben wir an einem Tag einen kleinen Ausflug zum Ruinautal gemacht. Das Rionautal entstand vor rund 10.000 Jahren, als dort viele Millionen Kubikmeter Felsen in das Tal gestürzt sind. Das nannten die Einheimischen damals Flimser Bergsturz und dadurch hat sich das Ruinautal gebildet. Heute ist dort eine Gran Caynon- artige Schlucht, die man sich unbedingt anschauen sollte. Ruinautal heißt so viel wie hoher Schutthaufen, was es im Endeffekt auch ist. Die bizarren Felsformationen sind absolut sehenswert und so schlängelt sich der Rhein durch die Felsen.

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Foto: Heiko Stuckmann/pixelio.de

Er hat sich seinen eigenen Weg gefressen, was sehr schön aussieht – vor allem, wenn Schnee liegt. Wir waren aber im Sommer da und so hatte man von einigen Aussichtsplätzen eine wirklich gute Sicht über das komplette Tal. Von oben sah es schon sehr schön aus, aber von unten fand ich es noch ein wenig besser. Man kann das Tal über den Fluss erreichen, aber auch mit der Bahn hinfahren oder mit dem Fahrrad durchfahren. Wir haben unser Auto ein paar Meter weiter flussaufwärts abgestellt und sind mit einer kleinen Gruppe auf einem Boot den Fluss entlanggefahren, um mal einen Eindruck vom Wasser aus auf das Ruinautal zu bekommen. Es war alles sehr idyllisch. Alles hat gegrünt und geblüht und im Wasser konnte man viele Fische sehen. Es war wirklich ein gelungener Ausflug. An einer Stelle sind wir an Land gegangen und konnte dann erst die volle Pracht das Tals sehen. Es gibt viele seltene Orchideenarten und andere Pflanzen hier. Vögel sieht man überall, weil sie hier ungestört sind und die viele Seen ringsherum bietet eine unvergleichbare Kulisse. Zwischendurch sind immer wieder Sandbänke zu sehen, die besonders Naturfreunde anlocken.